Die Türzarge muss noch eingebaut werden: Robert Weber (li.) und Bernd Herrfurth laden Pfingstmontag zu einer „Open House“-Besichtigung ein.Foto: Jörg Brökel
Der Immobilienmarkt auf Föhr ist angespannt, doch eine Agentur baut ihr Geschäft aus. Mit Influencern und offenen Hausbesichtigungen bei Sektempfang will das Unternehmen neue Käufer gewinnen.
„Ja, der Immobilienmarkt auf Föhr ist schwieriger geworden“, gibt Robert Weber, Immobilienkaufmann auf Föhr, unumwunden zu. Dem stimmt auch Bernd Herrfurth zu. Der Immobilienmakler aus Hamburg ist seit dem 1. April für die Immobiliensparte von Webers „Ferien auf Föhr GmbH“ tätig. „Es ist ein selektiverer Markt“, sagt der 59-jährige gebürtige Flensburger nach kurzem Nachdenken. Kaufinteressierte Menschen würden überlegter in eine Kaufentscheidung gehen. „Zudem ist die Zinsentwicklung anspruchsvoll“, sagt der gebürtige Flensburger Herrfurth.
Soll heißen, dass der Kredit für den Erwerb eines Hauses derzeit bei Weitem nicht mehr so günstig ist, wie noch Anfang der 2020er-Jahre, als Baukredite ein historisches Tief von unter einem Prozent erreichten. Das jedoch hält die beiden Männer offensichtlich nicht davon ab, in dieses anspruchsvoller gewordene Segment vorzustoßen. Denn bislang war die „Ferienauf Föhr Gmbh“ eine der großen Ferienhaus- und Wohnungsvermietungsagenturen auf der Insel. „Wir haben 220 Ferienwohnungen und Häuser in der Vermietung“, erklärt Robert Weber, der den Betrieb 2021 von seinen Eltern übernahm.
Robert Weber will im Immobiliengeschäft auf Föhr eine ähnliche Position erreichen wie bei Vermietungen. Foto: Jörg Brökel
Die Immobiliensparte gab es damals ein Jahr, spielte aber im Geschäft eine untergeordnete Rolle. Das soll sich nun aber ändern. „Wir streben im Immobiliengeschäft die gleiche Marktposition an wie im Vermietergeschäft“, sagt Weber. Dort befinde man sich unter den Top drei auf der Insel. Dass es Robert Weber damit ernst ist, lässt sich auch an den aktuellen Zahlen des Unternehmens gut ablesen. „Bislang hatten wir maximal zehn Immobilien im Angebot“, erklärt Weber. Doch jetzt habe man bereits 30 Immobilien im Angebot.
„Das reicht von der günstigsten 265.000-Euro-Wohnung bis hin zum 2,7-Millionen-Objekt“, sagt der Unternehmer. Dass Föhr trotz Wirtschaftsflaute und Zins-Gegenwind weiterhin ein spannender Immobilienmarkt bleibt, davon ist auch der Makler Herrfurth überzeugt. „Föhr steht für gesundes Leben, raus aus dem Alltag und für Wohlfühlen“, zählt Herrfurth die Pluspunkte für das Leben auf der Insel auf. Allerdings würden die bisherigen Betriebswege im Maklergeschäft nicht ausreichen, um auf die attraktiven Immobilien und die Vorzüge des hiesigen Lebens hinzuweisen, sind die beiden Immobilienexperten überzeugt.
Mit zehn Influencern zusammengearbeitet
Sie setzen auf einen ganzen Strauß von zusätzlichen Maßnahmen zur Vermarktung ihrer Immobilien. Dazu gehören Google- und Social-Media-Kampagnen. „Wir haben inzwischen sicherlich mit zehn Influencern zusammengearbeitet“, erklärt Robert Weber. Und auch durch eine enge Verzahnung von Ferienvermietung und Verkauf wollen die beiden Immobilienexperten „Honig saugen“. So sollen Gäste zwei Tage nach der Ankunft ein Mailing erhalten. Auch sollen Kaufinteressenten durch kostenloses Probewohnen in Ferienobjekten auf die Insel gelockt werden.
Freuen sich auf den Open-House-Test Pfingstmontag: (v.l.) Firmeninhaber Robert Weber, Anja Kohlberger (Assistenz der Geschäftsführung) und Makler Bernd Herrfurth. Foto: Jörg Brökel
Dazu wurden in Hamburg in bester Alsterlage 1000 Flyer verteilt. Ein weiteres Marketing-Instrument sollen Veranstaltungen wie „Open House“-Besichtigungen werden. Einen ersten Testballon dazu lassen Weber und Herrfurth am Pfingstmontag zwischen 13 und 16 Uhr steigen. Dann soll ein Ein- oder Zweifamilienhaus im Westen von Wyk für Interessenten zugänglich gemacht werden. Mit Sektempfang und Loungemusik sollen potenzielle Käufer in das 699.000-Euro-Objekt geholt werden.
Das Objekt im Wyker Westen soll nach der Renovierung schlüsselfertig übergeben werden. Foto: Jörg Brökel
Und mit einer Tombola mit Preisen im Wert von insgesamt 1000 Euro. „Wir geben uns hier richtig Mühe“, erklärt Robert Weber. Dadurch, dass man aus der Immobilie auch ein Zweifamilienhaus machen könne, sei sie auch für Insulaner interessant. Um am Föhrer Immobilienmarkt erfolgreich zu sein, brauche man eben Vertrieb, Vertrieb, Vertrieb, sagt Robert Weber. „Und da stellen wir uns gerade extrem breit auf.“